Krebs noch da? Wo? Und wieviel? So vieles auf einmal…

… es war schon   eine harte Zeit. Ist der Krebs noch da? Macht es Sinn Pläne zu machen? Die erste Hälfte der Untersuchungen waren okay. Morgen noch einmal und dann bin ich wieder sicher? Bin ich das wirklich? Wie lange bin ich sicher? Morgen noch einmal und dann vielleicht mehr?

Heute wurde ich in der UNI Klinik in Freiburg von dem Oberarzt, der mich operiert hatte, untersucht. Er meinte, dass er das wirklich gut findet, was er da sieht und dass das super läuft bis hierhin.

Alles in allem geht es mir  zur Zeit den Umständen entsprechend gut. Was das auch immer bedeutet 😉

Warum eigentlich diese Homepage… muss das sein?

Ich hab viel zu erzählen und weil ich seit einiger Zeit nicht mehr als Dozent arbeiten kann, schreib ich hier halt immer wieder was. So bekomme ich mein Wissen unter die Leute, vielleicht findet ja der eine oder die andere was interessantes dabei. Anfangen wollte ich letztes Jahr im Sommer eigentlich mit der Reihe: „KEIN Abnehmratgeber“ Ich hatte seit Februar einiges an Gewicht reduziert und wollte einfach aufschreiben, wie ich das gemacht habe. Ohne Diäten, einfach nur durch genaue Dokumentation meines Essens, demnach Kalorien reduziert und Spaziergänge… gegessen hab ich alles weiterhin nur an Details geschraubt.

Mein Weg zur Gewichtsabnahme basiert einfachfach nur auf der Tatsache, dass man weniger Kalorien zuführt als man verbraucht und somit abnimmt. Punkt. Eigentlich ganz einfach 😉

Als ich fast alle meine Texte fertig hatte, habe ich meine Krebsdiagnose bekommen. Seit Mitte September 2021 war dann alles anders. Meine Pläne waren plötzlich andere und meine Prioritäten lagen erst einmal im Überleben an sich. Ich durfte nicht mehr weiter abnehmen, weil durch die anstehende Behandlung ein Gewichtsverlust zu erwarten wäre. Die OP im Hals hätte unter Umständen dazu geführt, dass ich längere Zeit nicht genug gegessen hätte.  Durch die anstehende Nachbehandlung mit Strahlen und Chemotherapie hätte ich zusätzlich Substanz verlieren können. Wenn ich jetzt vorher schon weiter abgenommen hätte, wäre das gefährlich geworden. Also musste ich wieder 5 KG zunehmen, um die Operationen und die weiteren Behandlungen zu überstehen.

Diverse Operationen dann noch in 2021 mit kompletter Entfernung des Tumors und ein Großteil der Lymphknoten im Hals und dann von Anfang Januar bis Mitte Februar Bestrahlungen und Chemotherapie im Anschluss.

Da war dann mein Plan die Reihe „KEIN Abnehmratgeber“ zu veröffentlichen, irgendwie unpassend. Jetzt bin ich in der Nachsorge und will aber trotzdem irgendwie meinen Weg beschreiben. Zum „KEIN Abnehmratgeber“ kommen jetzt halt Texte über meine Krebserkrankung und die Behandlung. Teilweise hab ich echt merkwürdige Dinge im Krankenhaus erlebt. Die sollten jetzt auch noch irgendwie mit auf die Seite und weil ich schon dabei bin, auch noch die Ursache meiner Arbeitsunfähigkeit. Ich habe seit 1995 Depressionen mit einer generalisierten Angststörung.

Trotzdem habe ich in den letzten Monaten meine Wanderungen wieder aufgenommen und auf ein großes Ziel hingearbeitet. Ich möchte gerne auf einen Gipfel im Wettersteingebirge wandern. Den hab ich damals nicht geschafft, weil ich zu viel Gewicht hatte und auch nicht fit genug war. Jetzt, nach der Krebsbehandlung, bin ich wieder einigermaßen fit und will im September diese Tour machen. Ist für viele nichts besonderes aber für mich irgendwie das bezwingen einer Schwäche von damals. Ich musste abbrechen…

Wie ich das jetzt inhaltlich alles einbaue, weiß ich noch nicht. Hier im Blog auf jeden Fall mit spontanen Beiträgen und vermutlich eine separate Reihe, wie „KEIN Abnehmratgeber“.

Auf jeden Fall alles so, wie ich es erlebt habe. Nicht „DIE Wahrheit“ nur meine eigenen Erlebnisse. Teilweise nicht zur Nachahmung empfohlen 😉

Wenn Ihr wollt, lest einfach mit. Wenn nicht, lasst es 🙂 Viele Grüße auf jeden Fall.

Gedanken machen – „mach Dir nicht immer so viele Gedanken“

Menschen, die mich besser kennen, gibt es kaum welche. Aber die Menschen, die mich dann doch kennen, sagen mir oft, ich soll mir nicht „immer so viele Gedanken“ machen. Mein Psychologe sagt das mehr oder weniger auch so.

Es kommt immer irgendwie darauf an, wie man das definiert. Ich kann das halt nun mal besonders gut. Mir Gedanken machen. Warum sollte man mit etwas aufhören, was man besonders gut kann?

Ich glaube, dass es eher das Problem ist, dass ich meine Gedanken nicht sinnstiftend weitergeben kann. Mir fehlen schlicht die Leser bzw. die (neutralen) Zuhörer. Zumindest seit ich nicht mehr als Dozent bzw. Trainer unter anderem als Berater für berufliche Weiterbildung, Ausbildung und dergleichen mehr arbeiten kann, sind viele Adressaten weg gefallen. Nicht nur die Klienten sondern auch die Kollegen und die Vorgesetzten. Ein weiterer Teil ist weggefallen, als ich die Kneipenbesuche auf Null reduziert habe. Das waren dann sicher meistens weniger geeignete Menschen für tiefere Gedanken aber das eine oder andere mal hat das gut geklappt. Meine ehrenamtliche Tätigkeit als Handballtrainer hat mir auch so manch gutes Gespräch beschert und als Musiker habe ich viele Menschen kennen gelernt mit denen ich besser oder schlechter philosophieren konnte. Alles nicht immer auf dem gleichen Niveau aber durchaus von allem etwas abdeckend. Da war ich flexibel und durchaus fähig die entsprechenden Gedanken an der richtigen Stelle zu diskutieren.

Ich bin ein „Stammtisch-Philosoph ohne Stammtisch…“
So drücke ich das gerne aus. Es gibt kaum ein Thema, zu dem ich mich nicht gerne mal austauschen würde. Sehr oft ohne eigene Meinung. Ohne Wissen keine Meinung … aber an ein Thema herantasten ging eigentlich immer. Der Philosoph hinterfragt alles und jeden und leider (oder glücklicherweise?) oft auch sich selbst.

Gedanken machen, mit anderen teilen und ohne Wertung darüber sprechen. Gedanken einfach Gedanken sein lassen aber nicht alleine. Ich kann mir über alles mögliche Gedanken machen. Da gibt es meine eigenen Befindlichkeiten genauso, wie der „Weltfrieden“ oder der gleichen mehr. Aus „Gedanken machen“ wird schnell „Sorgen machen“. Der Übergang ist fließend. „Sich Sorgen machen“ ist aber grundsätzlich auch nichts schlimmes, wenn es nicht permanent zur Blockade führt sondern auch ein Wechsel in den Gedanken statt findet. Zu viele Sorgen werden zur Belastung.

Dass hier mein Problem liegt, ist mir bekannt. Nur die Lösung daraus nicht. Einfach aufhören sich Sorgen zu machen würde dazu führen, aufzuhören sich Gedanken zu machen. Um mich selbst und um andere. „Sich sorgen“ ist grundsätzlich nichts schlimmes. Das richtige Maß zu erreichen ist wohl das schwierige daran. Ohne Menschen um einen herum, die einen guten Kompass bieten, ist das schwer… belastend und krank machend.